Auf dem P3 wird die Kubbtour auf den Kopf gestellt

August 31, 2020

Endlich wieder finissieren! Unter diesem Motto startete der KCW vergangenen Samstag auf dem P3 im Brugger Schachen in die sechste Ausgabe des Finisseurs. Aufgrund der coronabedingten Planungsunsicherheit stellte sich die Kubbcommunity auf eine abgespeckte Lightversion des Turniers ein – fette Beats von Chaque und hochklassige Battles der Schwergewichte der Kubbszene gab es trotzdem. Eines vorweg: Den schwersten Wanderpokal der Kubbwelt trugen dieses Mal weder die Dauerfavoriten Breitizone, Horstcrew und Öpfelbaum noch die Titelverteidiger De Giuseppe und sini Kubbcrew oder die diesjährigen Überflieger Rojatschi mit nachhause.

Bei leichtem Nieselregen und bester Partystimmung startete das Turnier um 9:15 Uhr in die Vorrunde. Vier Achtergruppen, sieben Spiele auf je maximal drei Sätze. Die Gruppen wurden bereits am Freitagabend im Zuge einer live vom P3 gesendeten Übertragung ausgelost, von der wohl vor allem der spontane "Zwüscherave" noch lange in Erinnerung bleiben wird, der vom abwesenden Fletcher sehr treffend verhashtagt wurde: #kcwischläbensfreud. ❤️

Die Gruppenphase startete gemächlich mit den "weniger wichtigen" Matches zwischen jenen Teams, die weit voneinander gesetzt worden waren. Nach vier Spielen in den Gruppen C und D bzw. fünf Spielen in den Gruppen A und B stand der Mittagsgrillplausch an: Während sich die einen ihre mitgebrachte Grillware brutzelten, verpflegten sich andere dem Turnierplatznamen gerecht werdend mit immerhin frisch bestellten Ps. Um die Wurst ging's dann auch nach der Mittagspause: Die richtig entscheidenden Matches standen an, nur zwei KO-Plätze pro Gruppe waren zu vergeben. Einmal mehr legitimierten die topgesetzten Teams ihr Seeding und setzten sich allesamt durch. Die Dominanz der Erstgesetzten zu brechen vermochten aber gleich drei Teams: "Großes M, kleine Eier" aus Deutschland verwies Rojatschi auf den zweiten Rang, das DRIII-M-Team und Tent it Up 1 erhoben sich gleichermaßen mit sieben Siegen aus sieben Spielen über ihre Gruppenköpfe Breitizone und Horstcrew. Nur Öpfelbaum 1 wurde seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich mit dem Gruppensieg gleichzeitig den Doppel-KO-Vorteil.

Erwähnenswert aus der Vorrunde sind (insbesondere aus KCW-Sicht – leider beide Male negativ) vor allem zwei Momente: SAD. kassierte im Gruppenspiel gegen die Kubb n Ales eine der nur allzu raren Y-Tripletten, der Ostermundiger Sännä erfüllte sich den Traum jedes*jeder Kubbspieler*in. Besonders zu erwähnen ist hier mit Sandro Lustenberger ein neues Gesicht in den Reihen des KCWs – an seinem ersten Turnier durfte er gleich nicht nur dieses Highlight mit dem eigenen Team feiern, sondern das erwähnte Spiel auch gleich mit maßgeblichem Beitrag in eine 3:0-Packung verwandeln. Für eine weitere Überraschung sorgte zudem M3, die in der drittletzten Runde mit einer sackstarken Leistung und verstärkt durch Ehren-Kubbtourpräsi Bjogge den Jungs von Rojatschi eine bittere Niederlage einbrachten. Während sich die Gruppendritten bis Gruppenachten nach einer ereignisreichen Gruppenphase im Kuwa-Cup battelten, ging es für die Teams im Finisseur also ins Viertelfinale.

Tent it Up 1 und Großes M, kleine Eier bestätigten ihre Vorrundenform im Direktduell gegen die beiden anderen Gruppenersten und maßen sich somit im Finale des Doppel-KOs um den entscheidenden Doppelvorteil (Gegner*innenwahl und Anspiel mit drei Stöcken im ersten Satz des Halbfinals). In den Qualifikationsspielen für das Halbfinale standen sich derweil Öpfelbaum und die Horstcrew sowie das DRIII-M-Team und Dr. Chakkala Mastrolorenzo gegenüber. Rojatschi blieb nach dem Ausscheiden gegen Chakkala leider nichts anderes mehr übrig, als auf die Schützenhilfe von Öpfelbaum im Rennen um die Kubbtourkrone zu hoffen. Diese wurde dann auch geleistet, die Oltner mussten die Segel streichen. Im anderen "Drittelfinale" duellierten sich parallel dazu die beiden letzten verbliebenen KCW-Helden: Den besseren Ausgang nahm das Spiel für das DRIII-M-Team mit Presidente Mitch, Fisch musste sich mit Chakkala geschlagen geben.

Und so wurde es endlich Zeit für die langersehnten Halbfinals. Die Flutlichtanlage angeknipst und den Nieselregel abgeknipst, starteten die vier besten Teams des Tages ins Rennen um die wohl edelsten Finisseurmedaillen aller Zeiten. Tent it Up wählte als Sieger der Doppel-KO-Runde das DRIII-M-Team als Gegner – und besiegte die Combo aus Freiburg, Basel und Brugg. Im anderen Duell demonstrierten Großes M, kleine Eier indes, dass sie nicht umsonst den langen Weg in die Schweiz auf sich genommen haben wollten: In einem hochklassigen Spiel eliminierten die drei Öpfelbaum aus dem Turnier. In der Folge konnten sich die Stettener, ergänzt durch JJ aus Basel, souverän den dritten Platz sichern. Die beiden Finalteams glänzten derweil mit einem Kubbspiel erster Güteklasse: Bloß fünfzig Minuten dauerte es, bis der König zum fünften Mal gefallen war. Zwei Zweierfinisseure und einen (leider vergebenen) Königsschuss zum Viererfinisseur durften die Zuschauenden ums Finalfeld genießen, das bessere Ende behielt schlussendlich doch das am gesamten Tag ungeschlagene Tent it Up für sich.

Der Sieg beim Finisseur ist nicht nur der erste "richtige" Kubbtour-Turniersieg für Lars, er bringt auch das bisherige Machtgefüge an der Kubbtourspitze ins Wanken. In der aktuellen Kubbtourrangliste war das Badener Team um Mighty Tatanka und Mighty Hennessy zwar bereits zuvor an der Spitze (dank den letztjährigen Siegen am Öufi und KCUA Cup), nun preschen die Jungs aber auch im Ranking 2020 (ohne noch zählende letztjährige Resultate) auf den dritten Platz, nur knapp hinter der Horstcrew. Unglaublich entscheidend wird diesbezüglich zweifelsohne der KCUA Cup von kommendem Samstag sein; mit bereits fast hundert angemeldeten Teams werden dort für das Sieger*innenteam ganze 200 Zähler vergeben.

Doch nebst dem Finisseurpokal gab es noch einen anderen zu gewinnen: Im Kuwa-Cup battelten sich nämlich parallel dazu die restlichen Teams. Mit guten Chancen für den KCW, doch noch einen Pokal behalten zu dürfen, denn Dr. Feelgood mischte mit seinem Team Vougelis feel good ganze vorne mit. So eliminierte die KCWUA-Combo im Viertelfinale bereits die Mitfavoriten M3, im Halbfinale besiegten sie ungefährdet die überfliegenden Kolibris aus Basel. Wenig überraschend nach dem Viertelfinal-Triumph gegen De Giuseppe und sini Kubbcrew zogen aus der anderen Tableauhälfte die Kubbaner 1 ins Halbfinale, wo diese den Fislisbachern von Woodoo keine Chance ließen. Im Finale schließlich holte sich die gelbe Kubbanertruppe zum zweiten Mal nach 2016 den Kuwa-Pokal. Auch im Kleinen Finale triumphierte ein Basler Team; die Kolibris setzten sich gegen Woodoo durch.

Nach einem intensiven Kubbtag blieb nur noch zweierlei zu tun übrig. Als Erstes die Sieger*innenehrung. Nebst den bereits erwähnten "normalen" Preisträger*innen gab es hier vor allem noch eine Prämierung zu vergeben: Das orange KCW-Shirt für den*die Fluffybooster*in des Tages! Ohne Frage hatte es sich dieses Jahr niemand so restlos überzeugend und souverän verdient wie im vergangenen Jahr Gravensteiner. Und dennoch gab es einen, der dem Titel (auch im Nachhinein) gehörig gerecht wurde; niemand Geringeres als der Goldjunge höchstpersönlich durfte den Preis entgegennehmen (fette Proppzzz an dieser Stelle zum spätnächtlichen Pasta-Koch-Erfolg). Zu guter Letzt setzte DJ Chaque dann endlich zum langersehnten End-Dauerrave an, der vom nicht vorhergesehenen, aber deshalb nicht weniger frenetisch gefeierten Latenight-Schwingfest begleitet wurde. Hoch lebe der Schwingkönig Tschepetto, danke an alle Organisierenden, Helfenden und Teilnehmenden und bis zum nächsten Jahr, wenn es abermals heißt: Endlich wieder finissieren!

 

 Sämtliche Resultate der Vorrunde findet ihr hier.

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   Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!! Drii!!!

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