Knapp vorbei ist auch daneben: Der KCW fuhr zur Weltmeisterschaft!

August 9, 2018

Zum ersten Mal formierte der Kubbclub Wasserschloss dieses Jahr ein rein klubinternes 6er-Team für die Weltmeisterschaft auf Gotland in Schweden. Bereits im Winter entschied man sich dazu, ein «Best of»-Team – bestehend aus Schagg, Nixxen, Chipsy, El Presidente aka. Mitch, Dr. Feelgood aka. Rehme und O-Beat - zu formieren, um sich an der VM i Kubb mit den Besten der Welt zu messen. Vom KCW ebenfalls in anderen 6er-Teams vertreten waren Stiwi aka. Pü und Sophie im Team Twelve Tits United und Röshi aka. GJ aka. Vasek im Team KP Wilddogs. Die Vorzeichen standen gut: Am 21. Juli fand traditionell das einzige Schweizer Turnier im 6er-Team – die Whiskyboys Trophy in Basel – statt, die allgemein als Vorbereitungsturnier für die WM in Schweden gilt. Auch der KCW meldete sein WM-Team «Utterly Wiped Out» an, um die Teamkonstellation zu testen und eine erste Standortbestimmung vorzunehmen.

 

In der Gruppenphase am Morgen liessen die Utterly-Jungs aber auch gar nichts anbrennen und holten sich ohne Satzverlust den klaren Gruppensieg. In der KO-Phase konnte das KCW-Team seine Qualitäten dann so richtig unter Beweis stellen: Mit einem 4er-Finisseur und einem knapp verpassten Team-PG schlug man sich weiterhin ohne Satzverlust bis ins Halbfinale durch, wo dann der erste richtig harte Brocken wartete. Der explosive und wilde Mix «Insalata Mista», ein reines KCUA-Team, bot Utterly Wiped Out ein nervenaufreibendes Spiel, das der KCW dann mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Somit war der zweite 4er-Finisseur des Tages und auch der Finaleinzug besiegelt. Dort duellierte man sich mit dem eigens für die VM i Kubb zusammengestellten Team Hørstbröd – eine Mischung aus den Kubbtoursiegern Horstcrew und dem Basler Team Dünns Brot aka. Brød – welches im Halbfinale beeindruckend die damaligen Vizeweltmeister KP Wilddogs eliminierte.

 

Im Finale -  gespielt in einem «Best of 5»-Modus – liess bei eigenem Anspiel vorerst keines der beiden Teams dem anderen eine Chance. Beim Stand von 2:2 änderte sich dies jedoch: Nachdem die Baseline auf beiden Seiten schnell leer war, begann das Nervenflattern und nach so einigen vergebenen Chancen rang sich Utterly Wiped Out schlussendlich doch noch zum Titel durch. Die erste Goldmedaille nach drei silbernen war besiegelt – und die WM-Probe geglückt!

 

 Das Podest der Whiskyboys Trophy 2018 (Bildquelle: Christian Horisberger, Whiskyboys)

 

 

Am 29. Juli reisten dann die ersten Whiskyboys-Helden gen Norden. Mit Ambitionen und jeder Menge Vorfreude im Gepäck quartierte man sich im Teamhaus ein, welches absichtlich gleich neben den Ferienhüttchen von MNTP87 und den Twelve Tits United gebucht wurde. Die Woche verging wie im Fluge und nach fünf Tagen voller Spass, Kubb und langen Nächten war es dann schon so weit: Am Freitag vor der WM hatte das Team zuerst eine Gruppenphase zu bestreiten, um sich für das Hauptturnier zu qualifizieren. Trotz teilweise grosser Nervosität stellte dies nicht ein allzu grosses Problem dar und nach drei 2:0-Siegen war die Qualifikation schnell absolviert. Somit stand nun die schon länger bekannte Todesgruppe der diesjährigen WM an: Mit Ingen und Team Gotland befanden sich zwei schwedische Topteams in der gleichen Gruppe. Im ersten Spiel gegen Team Gotland kam Utterly leider erst zu spät in die Gänge und kassierte schon das 2:0, als das Spiel erst so richtig begonnen hätte. Das wichtigste Spiel stand aber danach an: Da sich pro Gruppe nur 2 von 4 Teams für die KO-Spiele qualifizierten, musste gegen Ingen – das Team, das allgemein für ihre «perfektionierten» Helikopterschüsse bekannt ist – unbedingt ein Sieg her. Das Battle wurde seiner Importanz spätestens ab dem zweiten Satz allemal gerecht: Beide Teams wussten um die Bedeutsamkeit dieses Spiels und es wurde sich gegenseitig nichts geschenkt. Nach sehr intensiven Diskussionen um Helis, Strafkubbs und Psychospielchen des Gegners wurden vom gegnerischen Team dann tatsächlich ganze 3 (!) Schiris herbeigerufen, die die Situation nicht unbedingt erleichterten. Brilliert haben diese vor allem mit ihrer Unkenntnis des Regelwerks und fragwürdigen Entscheidungen (das soll keine Ausrede sein - schlussendlich haben sich die Fehlentscheidungen wohl ausgeglichen und es wurde kein Team bevorzugt oder benachteiligt). Das Nervenflattern machte sich auf beiden Seiten bemerkbar und nach einem unglaublichen Kubb-Marathon über mehr als zwei Stunden und vielen vergebenen Chancen war klar: Das reine KCW-Team verpasst die KO-Phase. Anders sah es bei den Twelve Tits mit Stiwi und Sophie aus: Diese holten sich nach Shootout den Gruppensieg und zogen verdient ins Sechzehntelfinale ein. Auch die Wilddogs mit Röshi wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und spielten sich souverän zum Gruppensieg durch.

 

Besuch bei den KP Wilddogs während der Vorbereitungswoche (Bildquelle: Sophie Fischer)

 

 

Das dritte Gruppenspiel von Utterly war trotz grosser Enttäuschung schnell mit 2:0 gewonnen und man entschied sich dazu, sich für die «Lila-WM» - das Turnier für alle Ausgeschiedenen – aufzuraffen. Dort demonstrierte das KCW-Team dann, dass der Einzug ins Sechzehntelfinale eben doch nicht so unverdient gewesen wäre: Mehr oder weniger ohne allzu grosse Probleme setzte man sich in allen Runden durch und gewann zum Schluss immerhin noch die Goldmedaille der Lila-WM. Um einiges spannender ging es im Hauptturnier weiter: Mit MNTP87, den KP Wilddogs und Hørstbröd standen gleich drei Schweizer Teams im Viertelfinale und der Schweizer WM-Titel schien so nahe wie noch nie. Die Twelve Tits mussten sich leider im Sechzehntelfinale vom schwedischen Team «Famous K» geschlagen geben – schade, eine knappe Sache! Leider schied auch MNTP87 dann in einem knappen Spiel bitter gegen Kubb Klub Vršovka & Friends aus Tschechien aus. Die Wilddogs und Hørstbröd ritten weiterhin ihre Erfolgswelle und sorgten für eine Weltmeisterschaft, die in der Schweiz nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird: Mit einer überaus starken Leistung von Hørstbröd im Halbfinale eliminierten diese das US-amerikanische Team Chaska Kubb und zogen ins Finale ein. Somit war klar: Das Schweizer Finale ist Realität! Zum ersten Mal in der Kubbgeschichte überhaupt schafft es ein Team, die Kubbkrone der Welt in die Schweiz zu holen… - Und dann sogar noch im Doppelpack! Für jeden Schweizer Kubbspieler war dieses Finale einfach nur berauschend: Die Sympathien waren für beide Seiten da und egal wer gewinnt: Die Schweiz würde Weltmeister werden! Die KP Wilddogs setzten sich relativ klar mit 2:0 durch und platzierten sich nach dem letztjährigen Vize-Titel nun ganz oben auf dem Treppchen. Mit Röshi kann auch der KCW einen Spieler aus seinen Reihen zu den Weltmeistern zählen. Sehr herzliche Gratulation an beide Teams zu diesem riesigen Erfolg, super gemacht!

 

Utterly Wiped Out auf dem WM-Gelände (Bildquelle: Sophie Fischer)

 

So gross die Mitfreude über den Schweizer Doppelsieg auch sein mag, ein fahler Nachgeschmack bleibt beim KCW. Schade, dass die Twelve Tits den verdienten Achtelfinaleinzug nicht geschafft haben und Utterly Wiped Out seine Form der Whiskyboys Trophy nicht konservieren konnte; denn da stand man auf dem Treppchen noch vor dem jetzigen Welt- und Vizeweltmeister. An was es gelegen hat, ist schwer zu beurteilen: Vielleicht hätte etwas weniger Party in der Vorbereitungswoche doch gut getan, vielleicht waren es die Nerven, vielleicht aber auch einfach ein schlechter Tag – das soll im Kubbsport ja vorkommen… Was aber klar ist: Für ein nächstes Mal wäre Utterly Wiped Out um einiges besser gewappnet! Die Situation wäre bekannt, die Nerven würden etwas besser mitspielen und Fehler sind schliesslich da, um aus ihnen zu lernen! Ob es ein nächstes Mal geben wird, ist aber leider noch nicht klar… Vorerst wird das KCW-Team wohl seine Wunden lecken und sich für den Rest der Kubbtour aufraffen, denn schon am Samstag geht es dort mit dem M3-Turnier in Fribourg weiter. Daumen drücken für die Teams vom KCW!

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